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Kamerabauarten

 


Die Perspektive im fotografischen Sinn verändere ich durch die Wahl meines Aufnahmestandortes in bezug auf das Motiv. Diese Art der perspektivischen Beeinflussung kann man grob in drei Typen einteilen:

Froschperspektive - von unten fotografieren

Vogelperspektive - von oben herab fotografieren

Normalperspektive - auf „Augenhöhe“

Bei der Froschperspektive wähle ich den Aufnahmestandort unterhalb einer gedachten „Auf-Augenhöhe-mit-dem-Motiv-Ebene“. Damit lassen sich Größenverhältnisse überzeichnen, um z. B. die Sichtweise von Kindern zu verdeutlichen, für die alltägliche Gegenstände wie Tische, Stühle oder Autos anders aussehen als für Erwachsene.

Im Gegensatz dazu die Vogelperspektive, die die Größenverhältnisse mehr oder weniger egalisiert. Sie bietet den Überblick über das Gesamte und verringert gleichzeitig die Bedeutung des einzelnen Objekts.

Die Normalperspektive verwende ich dann, wenn die vorgenannten Gestaltungsmittel (Erhöhung bzw. Verringerung der Bedeutung einzelner Objekte) die Gesamtaussage des Bildes stören würden. Sie erlaubt eine „objektivere“ Betrachtungsweise.


Eine andere Art ist die perspektivische Verzerrung, wie ich sie vor allem mit der Wahl einer bestimmten Objektivbrennweite beeinflussen kann. Große perspektivische Verzerrung erlaubt das Weitwinkelobjektiv bei möglichst kurzer Distanz. Relativ Nahes wird groß, relativ ferne Objekte überproportional klein abgebildet. Eine Portraitaufnahme wird so mit fotografischen Mitteln zur Karikatur, wenn die Nase riesengroß und die Ohren zugleich winzig dargestellt werden. Aus der Kombination aus Weitwinkelobjektiv und Froschperspektive lassen sich auf einfachem Wege „dramatische“ Architekturaufnahmen machen.